Sonntag, 7. April 2013

Pico Hydro Turbine - Part Six

"Kinders wie die Zeit vergeht" - dieser Satz schießt mir immerwieder sonntags durch den Kopf. Mittlerweile bin ich schon wieder 4 Wochen in Kamerun. Noch 12 Wochen liegen vor mir. Die innere Uhr tickt und ermahnt mich jedesmal - "Du musst in der verbleibenden Zeit dein Projekt beenden!!!"

Also die große Preisfrage: "Was habe ich in den letzten 4 Wochen geschafft?" Das lässt sich leicht beantworten - ich durfte mal wieder Kind sein :) Denn welcher Junge hat in seiner Kindheit nicht in Flüssen oder Bächen gespielt und dabei Staudämme gebaut ?!? Das Gesicht voller Schlamm, die Hosen verdreckt, in den Schuhen steht das Wasser, die Sonne brennt sich in die Haut, steigender Wasserpegel und eine Abkühlung im selbstgeschaffenem Pool - so war es damals und ist es auch noch heute. :)

Unterstützung in meinem Vorhaben fand ich anfangs von Robin und Aaron, später auch von Phillip und Henrik - allesamt deutsche Freiwillige in Buea/Limbe, welche zur Zeit nicht wirklich viel in ihrer eigenen Organisation zu tun haben. Später wurde mir noch Mark, ein kamerunischer "Technician", zur Seite gestellt. Und natürlich halfen viele der Kinder von HOTPEC, welche immermal vorbeischauten was der "whiteman" da so treibt und gerne mitspielten.

So haben wir erstmal den Bach von jeglichen Gestrüb befreit, Steine hin- und hergerollt und das Fundament handmännisch ausgehoben. Dann ging es los Materialien besorgen: 20 Sack Zement, 2 große Ladungen Sand und Kies. Der Zement war nicht das Problem, einfach mit dem Pickup losfahren, Zement ein- und wieder abladen. Sand und Kies wurde von Externen geliefert. Und da ging das Problem los. Ich komme frühs bei HOTPEC an und siehe da, wäre hätte es gedacht, Sand und Kies wurde nicht geliefert - aber kommt am Nachmittag. Ein verschenkter Tag. Aber das war zum Glück nur selten der Fall. Auch wenn ich immermal wieder Zement nachkaufen musste, weil dieser teilweise beim anderem Projekt von GREEN STEP verwendet wurde (Bau der Schule für Erneuerbare Energien auf dem Gelände von HOTPEC). 

Fast täglich hieß es dann: 12 Eimer Sand, 6 Eimer Kies, 2 Sack Zement und 3 Eimer Wasser zu wunderbarem Beton zusammen zu mischen. Steine stapeln und den Beton in die Veschalung gießen. Eimer für Eimer. Am Ende ist es ein wirklich mächtiger Staudamm geworden. Dieser sollte dann der bevorstehenden Regenzeit standhalten, denn da trägt der Bach ein vielfaches an Wasser und die Kraft des Wassers sollte man nicht unterschätzen.

Der Staudamm dient dem Zwecke das Wasser anzustauen, wie solllte es auch anders sein, um es dann in das nebenstehende Becken zuleiten. Dort befindet sich das Rechen, welches bei meinen letzten Aufenthalt zusammengeschmiedet hatte. Und an jener Stelle werden dann die Druckrohre angeschlossen, welche über 120m Weglänge und 12m Höhengefälle das Wasser zum Turbinen-/Generatorhaus geleiten. 

Nächster Schritt ist also: die Druckrohre besorgen und die Turbine fertigbauen.

Fortsetzung folgt...







finish

planschen im neuen Pool

Sonntag, 31. März 2013

Pidgin für Anfänger

Ich: Good Morning. Please for Mile 17. I have 500.
Taxifahrer: Monin.
Ich: Ha fo na? 
Taxifahrer: A de fayn. Ha fo you? 
Ich: Mi tu a de fayn. Ya nem na weti? 
Taxifaher: Ma nem na David. Ya on nem na weti?
Ich: Ma nem na Petar. 
Taxifaher: Husay yu komot?
Ich: A komot fo Germany. 

So oder so ähnlich gestaltet sich die tägliche morgendliche Taxifahrt zum Waisenhaus auf Pidgin. Ihr wisst nicht was Pidgin ist? Pidgin ist eine von vielen Sprachen in Kamerun. So gibt es einerseits den frankophonen und anderseits den anglophonen Teil Kameruns, wo jeweil Französisch oder Englisch die vorwiegend gesprochene Sprache ist (Beides sind Amtssprachen). Und im englischsprachigen anglophonen Teil Kameruns (wo ich wohne) gibt es noch das Pidgin - eine Art Kauderwelch-Englisch mit deutschen, portugiesischen, spanischen, französischen Einflüssen. Wobei man noch sagen muss, dass jede der über 200 Volksgruppen Kameruns nochmals eine eigene Sprache hat, welche dann oftmals mit Englisch, Französisch oder sonstigem gar nichts zu tun hat. Aber zurück zum Pidgin, am Anfang war es echt schwer damit klar zukommen, man versteht echt nur "Bahnhof?!?". Mit der Zeit wird das Verstehen jedoch besser, wobei das flüssige Sprechen schon nocheinmal schwieriger ist. Zum Glück versteht jeder einen wenn man das Schul-Englisch anwendet, auch wenn dann die Leute meistens auf Pidgin antworten. Denn dies ist die Sprache der Straße. Aber man kann meistens Pluspunkte sammeln, wenn man sich auch ein wenig auf Pidgin verständigen kann. 

Anbei ein paar kleine Beispiele die jeder kennen sollte:

Ha fo na? | How far na? - How are you?   - Wie geht es dir?
weti - what - was
na - is- ist
ma nem na - my name is- mein Name ist
no wahala - don't worry - mach dir keine Sorgen
no pahlawa - no problem - kein Problem
waka fayn - go well - mach's gut | gute Reise
shweyn - pig - Schwein
chop - to eat - essen
massa - dude - Alter | Keule | Kumpel | Typ (sehr beliebte Anrede)

Wer die Sprache einmal hören will - bei Youtube gibt es einige coole Videos und falls jemand musikalische Untermalung benötigt, da kann ich die Band "P - Square" mit ihrem Dauerhit "Chop my Money" empfehlen ;) Dieses Lied läuft hier seit bestimmt 2 Jahren auf und ab in allen Radios, Bars und Nachtclubs.

Lustig ist auch das im Pidgin keine Steigerung im eigentlichem Sinne gibt. Also "very" bzw. "sehr" gibt es einfach nicht. Da spricht man das Wort einfach doppelt: "You speak Pidging?" - "Just small small". Allein dieser kleiner Satz sorgt bei den Kamerunern schon für Erheiterung. 

Und nicht zu vergessen ist: "Ashia!" (gesprochen: "aschja"). Das ist wohl das wichtigste Wort überhaupt im Pidgin. Es passt einfach immer und hat verschiedene Bedeutungen, wäre echt cool, dass in Deutschland einzuführen. Es bedeutet so viel wie: "Kopf hoch" oder "Es tut mir leid". Wenn man beispielsweise an Leuten vorbeigeht die hart arbeiten, auf der Baustelle, im Feld oder wo auch immer, kommentiert man dies mit: "Ashia". Oder jemand hat sich in beim Gemüseschneiden in den Finger geschnitten: "Ashia". Oder jemand erzählt, dass er eine schwere Prüfung schreiben muss: "Ashia". Oder jemand fühlt sich nicht so gut, ist erkältet: "Ashia". Oder das Taxi in dem man sitzt hat einen platten Reifen und man wechselt daraufhin das Taxi ohne zu bezahlen: "Ashia". Oder jemand erzählt, dass es in Deutschland schneit zu Ostern und man selbst ist in Kamerun und es hier angenehm warm ist: "Ashia". Steigern kann man das dann noch mit: "Ashia ohh" oder man fügt den Grund noch hinzu: "Ashia for snowing". Je nach Betonung ist das "Ashia" dann ernst  oder ironisch gemeint ;)
Zu erwähnen sei dabei noch, dass man stets auf ein "Ashia" mit "Thanks" oder "Thank you" antwortet.

Wer sich für die Sprache noch weiter interessiert, kann mich gerne anschreiben, ich habe da ein pdf-Dokument, welche die Sprache sehr gut erklärt.

In diesem Sinne: Frohe Ostern und...ashia :)

Montag, 18. März 2013

7 Tage - 3 Highlights

Highlight No. 1 - Trade Fair :
Vorletzten Sonntag schlummerte ich noch im Jetlagdelirium, da erreichte mich eine Nachricht von Aaron, dass wir doch bitte meine Ankunft zelebrieren sollen. Ich raffte mich also auf, fuhr mit dem Taxi zu ihm und wir tauschten auf dem Balkon die Erlebnisse der letzten Monate aus. Dann kam ein Anruf: "Wo seid ihr? Heute ist letzter Tag vom Trade Fair!!!". 
Trade Fair? Was ist das? Hat das was mit Fair Trade zu tun? Was kann man da machen? Die Fragen kann man aber relativ schnell beantworten: Ein kamerunisches Volksfest - eine Mischung aus Rummel von vor 100 Jahren, Musikfestival, Open-air-bar und das alles mit dem gewissen kamerunischen Flair - Also nix Fair Trade, nagut das Bier vielleicht...
Abermals ging es also per Taxi zum Ort des Geschehen. Kaum aus dem Taxi ausgestiegen wird einem das Eintrittsticket entgegengestreckt und bereitwillig zahlt man die 200 CFA (0,30€). Keine 5 Meter später wird es auch schon wieder einem aus der Hand gerissen und man steigt über einen Berg von zerstörten Eintritttickets. Da bin ich also, umschlossen von hohen Mauern auf einem großen Platz, Kameruner so weit das Auge reicht, in der Mitte eine große Bühne, ringsum sitzen die Leute und genießen den lokalen Hopfenblütentee und am Rand erstrecken sich kleine Stände.
Primäres Ziel des Trade Fair ist - Geld ausgeben, um nicht zu sagen verschwenden. Dies kann man einerseits mittels einem einfachem Tauschgeschäft: Geld gegen Bier oder Geld gegen Nahrung oder Geld gegen Glücksspiel. Das Glücksspiel gibt dem ganzen eine Art Rummel-Flair. Wobei man sich hier keine Rummel mit hightech vorstellen sollte - eher lowtech. Da gibt es zum einen große Holzbretter (ca. 2m x 2m) mit kleinen voneinander abgegrenzten quadratischen Feldern drauf, kaum doppelt so groß wie eine 2€-Münze. Man wirft dann mit 100-CFA-Münzen auf ein Feld und hofft das man so sein Geld vermehren kann. Landet die Münze genau auf dem Feld, kann man je nach Feld, verdoppeln, verdreifachen bis hin zu verzehnfachen. Problem ist nur, das dies gar nicht mal so einfach ist, den schnell liegt die Münze nur halb drauf und man verliert seinen Einsatz. Andere Bretter haben nur Zahlen und man kann einen bestimmten Sachpreis gewinnen. Da dies aber nur Plastikeimer in verschiedenen Größen waren, verzichtete ich auf dieses Spiel. Beliebt ist auch Ringewerfen auf Bierflaschen oder ein selbstgebauter Flippermanuellmat (kein Flipperautomat) oder irgendwelche abzockerischen Kartenspiele. Ach hab ich schon erwähnte das die Meisten einfach nur da sitzen und Bier trinken? Naja wie dem auch sei, auf der zentralen Bühne gab es nebenbei immer kamerunische Livemusik vom Band mit Tänzern und so weiter. 
Alles in allem eine sehr lustige Angelegenheit - Volksfest halt ;)


Wir haben Nicole getroffen :)

Highlight No.2 - Kamerunische Hochzeit
Am Mittwoch wurde ich von Thompy zu einer traditionellen kamerunischen Hochzeit eingeladen. Losgehen sollte der ganze Spaß 15 Uhr. Die berühmte BMT (BlackManTime) sagt ja aber, dass man besser mit 2h Verspätung rechnen sollte. Also traf ich 17 Uhr dort ein. Das Haus war schön geschmückt. Im Garten davor waren mehrere Pavillion in U-Form aufgebaut und darunter Stühle mit Platz für bis zu 150 Leute und in der Mitte ein Tisch für das Essen und eine Couch für das Brautpaar. Leider waren zu meiner Ankunft nur ca. 1% der Plätze besetzt. Scheinbar kann man die BlackManTime auch auf 4h ausweiten. Zum Glück konnte ich die Wartezeit mit Gesprächen mit 4 deutschen Medizinstudentinnen überbrücken, welche zur Zeit ihre Farmulatur in Buea absolvieren und diese ebenso ein wenig zu früh von Thompy eingeladen wurden. 19 Uhr stieß dann noch Janis zu uns - er hatte alles richtig gemacht. Aber dann ging es auch los. Die Stühle füllten sich langsam und die Hochzeitsgesellschaft war bereit. 
Zur Hochzeit an sich ist zu sagen, dass dies der tradtitionelle Teil der Hochzeit war. Kirchlich wurde dann einen Tag später geheiratet. Das Besondere hierbei war, dass Thompy's Tante (die Braut) dem hießig ansäßigen Bakweri-Stamm angehört und sie einen Nigerianer geheiratet hat - will heißen der Bräutigam samt Familie haben einen weiten Weg auf sich genommen. Die Familie der Braut war somit klar in der Überzahl und das wirkte sich auch farblich auf die Hochzeitsgesellschaft aus. Denn in Kamerun gibt es dann immer einen Hochzeitsstoff, aus welchen sich die Teilhabenden dann Kleider, Hosen, Hemden etc. schneidern lassen. In diesem Fall war es ein gelb-oranger Stoff mit Muster. Thompy's Mutter war so freundlich und hatte Janis und mir auch extra ein Hemd geschneidert - so war ganz klar zu erkennen zu wem wir gehören. Der nigerianische Teil der Hochzeitsgesellschaft war ebenso tradtionell gekleidet. Das ganze war wirklich ein Leckerbissen für die Augen. Bilder illustieren dies wohl am Besten - folgen aber erst später.
Los ging das ganze dann mit einer Eröffnungsrede des Brautvaters und der Bruder des Bräutigam gab auch noch seinen Segen für die Veranstaltung und natürlich wurden noch Lobpreislieder gesungen. Bei den Bakweri ist es Brauch, die Gäste zunächst nahrungstechnisch zu versorgen. So schlugen wir uns erstmal die Mägen mit typisch kamerunischen Essen voll. Das Essen mag zwar gewöhnungsbedüftig sein, aber man passt sich ja an. Nach erfolgreichen vertilgen von Ndole, Quakoko, Plantains und whatever konnte man sich zurücklehnen und das Schauspiel beobachten. Bislang war noch kein Wippernschlag der Braut zu erblicken, sie wurde noch im Haus gehalten. Die engsten Familienmitglieder beider Parteien wurden nun ins Haus gebeten und handelten den Preis der Braut aus (was die Brautfamilie an den Bräutigam zahlt). Nach gefühlten 2h kamen sie dann raus, wobei ich keine Ahnung habe wieviel Ziegen oder Geld oder was auch immer sie ausgehandelt haben. Doch immernoch keine Braut in Sicht. Denn das Schauspiel ging in die zweite Runde. Nun versuchte die Familie der Braut ein bisschen Geld herauszuschlagen. Sie behaupteten die Braut ist noch nicht da, sie bräuchte Geld für das Taxi. Der Bruder des Bräutigam zahlte das Geld für das Taxi. Das ganze Spiel spitzte sich dann so zu das die Braut angeblich in London war und Geld für Flug, Visum und Hotel brauchte - sehr zur Erheiterung der gesamten Hochzeitsgesellschaft. Am Ende war all das Geld bezahlt. Doch immernoch keine Braut. Nun verlangte die Schwester der Braut, dass die Familie des Bräutigams die Braut erkennt. Denn immerhin leben viele hübsche Frauen auf diesem Hof. Zu erst wurde eine ca. 8 jährige geschickt, dann eine ältere Schwester, eine weitere Cousine und so weiter - ein weiteres sehr unterhaltsames Spiel. 
Doch dann endlich. Mit großen Getöse und Gesang kam die Braut aus dem Haus. Die ganze Hochzeitsgesellschaft stürmte zu ihr und es entstand ein rießen tanzender Pulg - Nigerianer tanzten mit Kamerunern und anders rum. Zuvor waren die Parteien noch getrennt von einander doch mit Erscheinen der Braut waren sie vereint. Es folgten weitere Lieder, mal kamerunische, mal nigerianische und immer wieder wurde getanzt, zwischen durch saßen wieder alle und so weiter. Am Anfang beobachteten wir das ganze Spektakel aus sicherer Entfernung. Doch wenn man schonmal da ist, muss man auch mit feiern. Als dann zwei weiße Jungs auf einmal mit getanzt haben, gab es kein Halten mehr - das war die Attraktion schlechthin. Der Preis der ganze Sache war, das wir am Ende mit gefühlt jedem ein Bild machen "durften" und uns auch leicht wie im Zoo gefühlt haben. Aber alles in allem war es ein sehr lustiger Abend. Und im Gegensatz zum Trade Fair hat man hier auch mal gesehn, dass Kameruner/Nigerianer auch gut ohne Alkohol feiern können.
Wenn ich bessere Bilder habe, werde ich diese aktualisieren.

eingekleidet im offiziellen Hochzeitsstoff

Braut und Bräutigam und ein Teil der nigerianischen Hochzeitsgesellschaft



Highlight No.3 - BalaBala oder auch kamerunisches Wrestling
Gestern war ich dann zum ersten mal wieder am Strand in Limbe. Wobei ich das diesmal eher als Babysitten anstatt Mini-Strandurlaub bezeichnen würde. Aber das ist eine andere Geschichte. Zurück in Buea war es Zeit für "BalaBala". Ein Großereignis in Buea. Ein Kampf zwischen den Dörfern (Stadtteile sind hier "villages"). Ich fuhr als nach Bakweri Town und traf mich mit Thompy. Am Straßenrand erblicke ich schon die Menschenmenge. Wir kämpften uns durch die Massen um bessere Sicht zu erlangen. In der Mitte war auf 4 mal 4 Metern Sand aufgeschüttet und ringsum standen die Zuschauer - mindestens 500! An jeder Ecke des Feldes präsentierte sich ein Dorf - mit den potentiellen Kämpfer, unterstützendem Chor, Trainern und so weiter. Es kämpften Bakweri Town, Bokova, Bokwango und whatever gegeneinander. Gekämpft wird in verschiedenen Alters- und Gewichtsklassen. Wenn jemand kämpfen will dann geht er zum gegnerischen Dorf und fordert dort jemanden heraus, sobald jemand zusagt wird dies dem Kampfgericht gemeldet. Das Kampfgericht notiert dann auch gewissenhaft jedes Ergebniss, sodass am Ende ein Dorf als Gewinner dasteht. So gab es Kämpfe am laufenden Band. Bei den Erwachsenen  wurde besonders gejubelt und mitgefiebert. Eine Menge Emotionen lagen in der Luft. 
Zum eigentlichen Wrestling ist zu sagen, dass es sich nicht um Wrestling im amerikanischen Stil handelt, sondern es ist eher eine Art Ringen. Ziel ist es den Gegner auf den Boden zu befördern, sodass Bauch oder Rücken nur so von gelben Sandstaub erleuchten. Verboten ist kratzen, schlagen, beißen und jegliche Waffen - also alles in allem sehr human. Wie dem auch sei - Bilder illustrieren dies wohl wieder am Besten.



 

Dienstag, 12. März 2013

VDI Nachrichten

Fast schon ein bisschen spät, aber dennoch erreichte mich nun ein Mail von einem Mitarbeiter der VDI-Nachrichten (VDI=Verein Deutscher Ingenieure) bezüglich eines Artikels, unter anderem über mein Projekt, welcher vor über einem Monat am 1. Februar 2013 in den VDI-Nachrichten erschienenen ist.

zum vergrößern drauf klicken


Sonntag, 10. März 2013

Gera-Nürnberg-Istanbul-Yaounde-Douala-Buea


Preisfrage - wie kommt man am schnellsten nach Buea/Kamerun ?!?

Hier mein Lösungsvorschlag:
Man steht nach 4 Stunden Schlaf auf, weil man den Abend zuvor natürlich sich noch von den Kumpels verabschieden wollte. Dann fährt man 6 Uhr nach Nürnberg zum Flughafen, reserviert sich einen Fensterplatz und lässt sich noch Glasfasermatten und Solar-Laderegler in die letzten Lücken des Koffers packen, weil jedes bezahlte Kilo möchte ja auch anständig genutzt werden. Weiter gehts mit der Gepäckabgabe. Natürlich sind die Mitarbeiter von Turkish Airline verwirrt, warum man 3 Koffer mitschleppt - wer braucht schon sooo viel Gepäck? Bereitwillig zahlt man die Übergepäckgebühr mit einem gelben und einem grünen Scheinchen. Gut, das Gepäck ist schon mal weg - check! Nun kann man noch die letzten Minuten vorm Boarding mit den Eltern genießen - wobei es auch passieren kann das folgendes durch die Flughafenlautsprecher tönt: "Passagier Kossakowski, bitte bei der Gepäcknachkontrolle melden!!!"
 Brav folgt man dieser Aufforderung. Dann steht man vor einer matten Glastür - Gedanken, was sich wohl hinter dieser Tür verbirgt, schießen durch den Kopf uuuund hier kommt ihr Herzblatt...die Tür öffnet sich, ein grimmiger blauunifomierter Beamter der Luftsicherheit strahlt einem entgegen. Der ganzen Theatralik fehlt nur noch etwas romantische Musik und viel Nebel. Auf einem Gepäckband mit Röntgeneinheit stehen dann die drei zuvor aufgegebenen  Koffer - "Können Sie bitte alle Koffer öffnen?" lautet dann die Frage, gefolgt von wiederholenden Fragen: "Was ist das?" "Und das?" "Wozu brauchen Sie das?". Antworten wie z.B. "ein Wechselrichter", "LED-Lampen", "Kamera", "da drin sind Kondensatoren und Elektronik", "das ist Mehl", "das ist für mein Wasserkraftwerk" befriedigen den Blaumann dann doch nicht - immerhin hoffte er Drogen oder Sprengstoff zufinden. Auch ein Spurenschnelltest konnte ihn diesbezüglich nicht befriedigen. So hieß es dann nur: "Gute Reise!". 
So nun nochmal eine letzte Kontrolle des Handgepäcks und ab in den Flieger nach Istanbul. Abheben. Essen. Aus dem Fenster schauen. Landung Istanbul. Umsteigen. Abheben. Über den Wolken Afrikas schweben. Dem Sonnenuntergang entgegen. Essen. Landung Yaounde. Passagiere raus. Passagiere rein. Abheben. Kurzes Nickerchen machen. Landung Douala. 
Und schon steht man am Gepäckband und hofft das auch alle 3 Koffer unversehrt ankommen. Nervös schaut man zum Ausgang, weil es gibt natürlich noch Zollkontrollen und Gebühren würden sicherlich eine ganze Menge für die viele Technik anfallen. Man fragt sich warum da so viele Leute stehen und ihr Gepäck kontrolliert wird, wie kommt man nur am Zoll vorbei? Was würde McGyver jetzt tun? Das Gepäck ist gesattelt. Nun heißt es Daumen drücken. Jetzt! Alle Beamten sind mit der Kofferkontrolle beschäftigt und eine schmale Gasse führt in die Freiheit. Das ist die Chance...und los....geschafft! Der Abholservice steht auch bereit und mit einem Grinsen geht es zum Auto und ins Hotel. Dann gönnt man sich auf die erfolgreiche Ankunft  noch gemeinsam ein kamerunisches Bier nach deutscher Brauart und fällt nachts halb 4 in den wohlverdienten Schlaf. Dieser wird aufgrund der Wärme aber schon 9 Uhr unterbunden. Frühs gibt es dann Omlette und Tee zum Frühstück. Gestärkt fährt man nochmal einkaufen, wo man die ein oder anderen Besonderheiten entdeckt - immerhin ist man in Douala-die Stadt wo es alles zu kaufen gibt (im Vergleich zu Buea). 11 Uhr Abfahrt via Allradauto Richtung Buea. 12 Uhr Ankunft in Buea - auspacken. Nach dem Mittag macht sich Müdigkeit breit - nur gut das die halbe Nachbarschafft zum Spielen bzw Bobbycarrennen vorbeigekommen ist...naja wie auch immer, man ist jedenfalls sehr gut angekommen :)

Natürlich gibt es noch andere Möglichkeiten um nach Buea/Kamerun zu kommen - ist ja nur ein Vorschlag ;)



  


Hotelzimmer in Douala
Blick aus dem Hotelzimmer
 
beim Einkaufen in Douala entdeckt :)

 


Freitag, 8. März 2013

Kamerunischer Packesel

Der sogenannte "camerunius sarcinarum parte abduxere asinus", oder auch "kamerunischer Packesel" genannt, ist ein sehr scheues und ungefährliches Tier. Es lebt vorwiegend in der Nähe von großen Transportmöglichkeiten wie z.B. Flughäfen. Dabei kann es Lasten von 3 x 23kg und 1 x 15kg locker über mehrere tausend Kilometern transportieren. Zu seinen Leibspeisen gehört das schmackhafte on-board Essen von Turkish Airlines oder auch Air France. Am liebsten transportiert es Kameras, Laptops, LED's, Fotodrucker, Wechselrichter, Klamotten, Medikamente, verschiedene seltene lokale Lebensmittel und so weiter. Aufgrund der Scheuheit wurde es bisher nur selten gesichtet - das letzte mal im September und Dezember 2012. Eine internationale Forschungsgruppe, bestehend aus kamerunischen und deutschen Experten, geht davon aus, dass demnächst der kamerunische Packesel gesichtet werden könnte - also liebe Leser - Obacht ist geboten ;)


Kamerun 2.0

Nach 3 Monaten Heimaturlaub inklusive Weihnachten dahoam und kleinen und großen Abenteuern in Nordhausen, Berlin, Leipzig, Oberwiesenthal, Erfurt und Gera ist es nun soweit:

Abenteur-Kamerun 2.0

Die letzten Erledigungen sind getätigt, der Reisepass mit neuem Visum verziert und die Koffer gepackt. Nun kommen weitere 4 Monate in Afrika auf mich zu. Am Ende dieser 4 Monate kann ich euch hoffentlich eine fertige Wasserkraftanlage, beeindruckende Bilder der kamerunischen Flora- und Fauna und unterhaltsame Geschichten und Erfahrungen präsentieren.

Wenn auch in Deutschland der Sommer wieder angekommen ist, dann komme ich auch gerne wieder zurück.

Auf bald! :)

Donnerstag, 13. Dezember 2012

Alles Banane oder was?

Zum Abschluss noch ein letztes Bild - soll ich irgendjemanden, der-/diejenige sollte vorwiegend aus den Neuen Bundesländern stammen, noch ein paar Bananen mitbringen? ; )


Mittwoch, 12. Dezember 2012

Let it snow, let it snow...

12 Tage bis Weihnachten, 4 Tage bis zu meiner Ankunft in Deutschland, hier Sonnenschein und 20 bis 30°C, in Deutschland meterweise Schnee und Minusgrade. Nach ein paar Wochen in Kamerun fragten mich viele ob ich einen Kulturschock bekomme habe - "Nein, warum? Ich finde es super hier" - war meine Antwort. Jetzt wo die Rückreise nach Deutschland näher rückt habe ich schon eher die Bedenken, dass ich einen Kulturschock erleiden werde. Auf einmal ist es kalt und dunkel, es liegt Schnee, es wird Deutsch auf den Straßen geredet, mir wird nicht mehr "Whiteman" hinterher gerufen, überall wird einem Schokolade in Menschenform hinterhergeschmissen, die Leute rennen vor lauter Stress durch die Straßen und über den Weihnachtsmarkt, die Leute tragen alles in ihren Händen anstatt auf den Köpfen, ich werde bequem im Auto, Bus, Zug oder was auch immer sitzen und muss mir keinen Sitzplatz mehr teilen, muss keine Gedanken mehr über Strom, Wasser und was auch immer machen...Okay ich gebe zu einiges wird sich zum positiven wenden, aber anderes wird auf jeden Fall eine Umstellung. Aber zum Glück spielt das Taxiradio "Let it snow" und "White Christmas" und die ganzen Klassiker und das Beste - die Straßen sind weihnachtlich geschmückt - gewöhnungsbedürftig aber was solls, sollen se machen die Kameruner ;)

In diesem Sinnen verabschiede ich mich für dieses Jahr von meinem Blog und schreibe dann im Februar 2013 über mein Projekt weiter, wenn die Welt bis dahin nicht untergegangen ist. Danke für über 3300 Zugriffe aus über 12 Ländern auf diesen Blog :)

Sonntag, 9. Dezember 2012

Pico Hydro and more...

Lang ist her das ich auf dieser Plattform etwas geschrieben habe und viel ist passiert, wo fang ich da nur an...okay vielleicht einfach nach dem Motto "Erst die Arbeit, dann das Vergnügen"

Pico Hydro Turbine - Part Five
Kurz und schmerzlos gesagt-ich konnte innerhalb der letzten 11 Wochen in Kamerun mein Projekt nicht beenden. Gründe dafür sind überwiegend in der lokalen Materialbeschaffungsproblematik zu finden. Da kommt es schon einmal vor das man für den halben Tag auf der Suche nach einem neuen Metallsägeblatt ist, die Maschinen ihren Geist aufgeben oder das Metall zu verrostet, sodass man den ganzen Tag nur mit entrosten beschäftigt sind. Die große Problematik ist derzeit auch noch der Generator und die dazugehörige Elektronik. Ich hatte 2 Tage in Douala verbracht, eine hitzige Stadt in jeglicher Hinsicht, um nach einem passenden Generator ausschau zu halten. Die Suche nach Druckrohren mit einem angemessenem Preis-Leistungs-Verhältnis und der nicht startende Bau des Staudammes zerrt zusätzlich an den Nerven und hat den eigentlichen Zeitplan arg beeinträchtig.
Doch nun auch zu den positiven Seiten :) Ich konnte erfolgreich mein Projekt auf betterplace vorstellen und konnte überwältigende 3700€ an Spenden sammeln - ein großes DANKE an dieser Stelle an die Spender. Es war wirklich ein tolles Gefühl fast täglich eine Nachricht zu bekommen: "Sie haben eine neue Spende erhalten" :)
Weiterhin konnte ich den Turbinenläufer in der Werkstatt fertigstellen, hat zwar länger als erwartet gedauert aber "That's Africa". Der Spaßfaktor beim Handwerken war dabei aber umso größer :)
So und nun bleibt mir nur noch eine Woche um das Projekt fertigzustellen?!? Ich glaube jeder von euch merkt das dies nicht möglich ist - also was tun? Das Projekt auf diesem Stand abbrechen und jemand anderes beenden lassen? - NEIN!!! Also welche Möglichkeit gibt es noch? - Natürlich! Ich komme einfach nochmal für 3 Monate nach Kamerun !!! :) Der Plan steht! Ich arrangiere in Deutschland die nächsten Schritte, besorge mir ein neues Visum und neue Malariatabletten und dann gehts im Februar 2013 wieder in den Süden und ich beende das Projekt eigenhändig!






Mount Cameron
Folgende Worte sollen euch einen kleinen Eindruck schenken über meinen Trip auf den Mount Cameroon:
3 Tage abseits der Zivilisation. 70km Wegstrecke. Über 7000 zurückgelegte Höhenmeter. Ein betrunkener Führer Hans, welche zum 155ten male den Mount Cameroon bestieg. 5 incredible Porter. 5 Whiteman. Lavastromhöhle. Flugzeugabsturz. Atemberaubende Natur - von Regenwald und Kraterseen über Savanne bishin zu Vulkanlandschaft. Spuren lesen von Waldelefanten. Kaiserwetter. Nachtwanderung. Lagerfeuer. 


































Brunnenbohrprojekt in Douala
Wasser...die Überlebensressource schlechthin. Mittels der sogenannten EMAS-Technologie kann man ohne großen Technikeinsatz einen Brunnen bohren und so Zugang zu Trinkwasser ermöglichen. Green Step hatte kurzfristig einen Auftrag zum Brunnenbau in Douala erhalten, welcher in den letzten Tagen umgesetzt wurde. Bei diesem Nebenprojekt habe ich teilweise mitgearbeitet. Wer mehr zu der Technologie erfahren möchte findet hier ausreichend Informationen: www.emas-international.de



2 Tage im Nordwesten
Letzten Donnerstag hat der Direktor vom Waisenhaus mich angerufen und spontan zu einem Trip in den Nordwesten eingeladen. Ich ging davon aus das wir nach Bamenda fahren, die Hauptstadt des Nordwestens, im Endeffekt haben wir vor Bamenda die Hauptstraße verlassen und sind 1,5 Stunden über eine Huckelpiste in die Berge gefahren. Die Dunkelheit kehrte ein und wir 19 Uhr unser Ziel erreicht-ein Dorf im Nirgendwo. Eine kleine Versammlung mit den Dorfbewohnern mit Essen und Palmwein wurde uns zu Ehren veranstaltet und dann ging es ins Bett. Am nächsten Morgen bin ich aufgewacht und realisierte das ich in einer völlig anderen Ecke Kameruns bin - Nadelbäume, Berge, 10°C und überall Kartoffelfelder. Das ist auch genau das Stichwort für den Grund des Trips - der Direktor will die Bauern vor Ort unterstützen in ihrer Kartoffelproduktion. Das genaue Projekt zuerklären würde den Rahmen jetzt sprengen. Aufjedenfall gab es dann erstmal Kartoffenln zum Frühstück, so groß wie ein Schuh der Größe 40 und dann haben wir das Dorf mit dem Motorrad erkundet. Das Dorf ist aber kein Dorf im eigentlichen Sinne, eher eine Gemeinde mit 1000 Seelen, welche sich über mehrere Quadratkilometer erstreckt. Landschaftlich war es aber mal wieder ein absoluter Höhepunkt! Am Ende wurde das Projekt nochmals mit dem Chief und den Bauern besprochen. Dann ging es mit frischen Palmwein und Kartoffeln im Gepäck wieder nach Buea. Ein platter Reifen und schlechte Straßen zögerten unsere Heimkehr abermals hinaus, sodass wir Buea mal wieder im Dunklem erreichten.







Und sonst so...
Da sich meine Zeit in Kamerun dem Ende neigt haben wir noch einmal alle Freunde eingeladen zum großen typischen deutschem Grillen. Und heute ging es nochmal nach Limbe an den Strand um die Beine baumeln zu lassen und morgen fahre ich nach Yaounde um die Hauptstadt Kameruns zu erkunden :)