Dienstag, 9. Oktober 2012

Cameroonian Solar Bottle Bulb


Heute hieß es mal wieder Arbeitseinsatz auf der Baustelle! 

Die Gemäuer der neuen Werkstatt von Joseph sind fertig, doch irgendwie wurde da kein Loch für Fenster gelassen. Warum? Ja das frag ich mich auch. Eine komplett dunkle Werkstatt-keine gute Voraussetzung zum Arbeiten!  Es dämmerte in meinem Kopf-ein Video, bei Youtube, da wurden ähnliche Bauten (keine Fenster, keine sichere Stromversorgung, Wellblechdach)  durch eine pfiffige Idee mit Licht versorgt, ganz ohne Strom. Naja seht einfach selbst:



Und wenn dies auf den Philippinen klappt, dann warum auch nicht in Kamerun!
So beschafften wir die nötigen Materialien und Werkzeuge: Plastikflaschen (einfache Wasserflaschen, welche sich hier im Haus grad sowieso stapeln), Wellblechdach (war noch zu Genüge vorhanden),  Werkzeuge wie Hammer, Nägel, Blechschere, Meisel, Zange (bekamen wir alles von Joseph), Silikon, Bleichmittel, Sandpapier (musste für 4€ gekauft werden) und Panzertape (hatte ich aus Deutschland mitgebracht). 

Schritt 1: 30x30cm Wellblechdach ausschneiden, ein etwas kleineres Loch als die Flasche ausstanzen, den Rand einschneiden und einzeln nach oben klappen
Schritt 2: Wasserflasche mit Sandpapier anrauen, mit Wasser und Bleiche befüllen, in das Loch stecken und mit Silikon abdichten
Schritt 3: auf das Dach klettern, wiedermal ein Loch ausstanzen, alles zusammenfügen und mit Silikon und Panzertape abdichten, fertig!

Das Ganze hat zwar seine 6h gebraucht, natürlich mit Pause und zwischenzeitlichen Omelette mit Spaghetti , aber am Ende des Tages wurde die Werkstatt durch 5 solare-Flaschen-Lampen erleuchtet!
Schritt 1
Schritt 1

Schritt 2
Schritt 3
Schritt 3

Fertig!
Eine der fünf solaren Flaschenlampen




Pico Hydro Turbine - Part One


In Kamerun ticken die Uhren anders, dass muss man sich als deutscher Ingenieur, so werde ich hier stets vorgestellt, immer wieder vor Augen halten. 

Wie würde man wohl in Deutschland vorgehen, wenn man eine Wasserkraftanlage plant?!?
1. Standortwahl und Potentialanalyse: Durchführung von Messungen, mit modernsten Mitteln, zur nutzbaren Höhendifferenz und Durchflussmenge des Flusses, letztere sollte mindestens über ein Jahr gehen und weitere Datenerhebung zu Fischwanderungen und co, um das Potential der zukünftigen Anlage abschätzen zu können
2. Kraftwerksauslegung: angepasst an die genau gemessenen Werte (Höhe und niedrigste Jahresdurchflussmenge) werden die Größe von Zuleitung, Oberwassersbecken, Art und Größe von Rohrleitungen, Turbine, Generator, Netzanschluss und so weiter geplant und berechnet
3. Bau, Installation, Inbetriebnahme: eine Firma wird mit Bau, Installation und Inbetriebnahme der Wasserkraftanlage beauftragt und bei jedem Prozess kontrolliert

Um den deutsch-kamerunischen Wissenstransfer zu ermöglichen versuche ich natürliche jene Planungsgrundlagen anzuwenden, doch die Uhren ticken anders: "Anpassung und Improvisation" heißt der kamerunisch-deutsche Wissenstransfer! So sieht also die Planung einer Wasserkraftanlage in Kamerun aus: 
1. Standortwahl und Potentialanalyse: Messungen mit modernsten Mitteln-Fehlanzeige. Vor Beginn der Regenzeit wurde mittels eines Thomson-Messwehres die Durchflussmenge gemessen, ganze 7 Tage, weil das Messwehr dann kaputt ging, aber mir wurde gesagt der Fluss/Bach trocknet nie aus und wenn zu wenig Wasser da ist dann leiten wir einfach einen anderen Nachbarbach um. Für die Höhenmessung war ich dann zuständig. Man benötige ein langes Seil, ein Winkelmesser, eine Wasserwaage, ein Zollstock, zwei Stangen, zwei Helfer, zwei Macheten und Kenntnisse zum rechtwinkligen Dreieck, Gegenkathete = Hypothenus*sin(α) sag ich da nur. Mit einer Toleranz von 10% ergibt sich so eine nutzbare Höhe von 15-20m. Zur Potentialberechnung sollte das erstmal reichen. Und Fische habe ich keine gesehn!
2. Kraftwerksauslegung: genau gemessene Werte-Fehlanzeige! Oberwasserbecken-vorhanden! Rohrauslegung-wird das genommen was zur Verfügung steht, was keine große Auswahl zulässt. Turbine-wird an die Begebenheiten angepasst! Generator (2kW)-mal schauen ob's einen in Douala zu kaufen gibt, sonst selber einen bauen! Netzanschluss und Batteriesystem-nocht nicht geklärt.
3. Bau, Installation, Inbetriebnahme: Die Europäer haben die Uhr, doch die Afrikaner die Zeit. Also das dauert noch ein wenig.
In der Mitte entspringt ein Fluss

Standortbegehung mit dem Pastor (Leiter des Waisenhauses)

Höhenvermessung 1

Höhenvermessung 2

Doch ohne eine funktionierende Werkstatt keine funktionierende Turbine. Die Werkstatt ist bald wieder betriebsbereit, was mich aber auch Zeit, Nerven und Kraft gekostet hat. Die nächsten Schritte sind geplant, es geht also langsam allmählich vorwärts!

Freitag, 5. Oktober 2012

World Teachers' Day


Heute war der internationale Lehrertag - wusstet ihr das? Ja wenn das nicht mal ein Grund ist um die Straße zu sperren, sich auf eine Tribüne zu setzen, sich mehr oder weniger spannende Reden von und für Lehrer anzuhören, eine Blaskapelle spielen und die Lehrer „aufmarschieren“ zu lassen – in Buea schon!
Tribüne

Blaskapelle

So schauten Robin und ich das rege Treiben aus einiger Entfernung an. Natürlich fällt man dann schon etwas auf unter den ganzen Kamerunern. Zunächst wurden wir von einem kleinen Kind bestaunt. Dann kam ein gut gekleideter Mann, mit Anzug, Trenchcoat, Hut, Sonnenschirm, direkt auf uns zu geschritten. Er stellte sich als Patrick vor und meinte er ist Journalist. Daraufhin fragte er uns aus was wir hier machen, warum wir hier sind, wie uns Kamerun gefällt, wo wir her kommen – als er hörte das wir aus Deutschland sind präsentierte er uns sogleich ein paar deutsche Standardsätze und erfreute sich, dass er noch etwas Deutsch kann. Dann packte er seine kleine Digicam aus und meinte er möchte ein Video von uns drehen und hielt uns sofort die Kamera vor die Nase und legte los. Wenn ich irgendwie an das Video rankomme dann werde ich sofort hier einen Link reinstellen ;) Wir tauschten dann noch Mailadressen und Facebookkontakte aus und er zog von dannen um weiter vom Teacher' Day zu berichten. Wir verweilten dann noch ein wenig, doch die Mittagssonne zeigte uns Bleichgesichtern unsere Grenzen und wir fuhren zum Haus zurück, um uns vorm totalen verbrennen zu schützen.
Ich, der Journalist und Robin

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Cameroonian breakfast for advanced

10 Tage bin ich nun schon in Buea unterwegs, meistens im selben Viertel (rund um die Werkstatt), da denkt man doch man kennt dort schon vieles und große Überraschungen werden wohl kaum noch kommen-doch heute wurde ich mal wieder eines Besseren belehrt:

Der Tag begann ein bisschen früher als sonst - 7 Uhr wurde ich von Joseph abgeholt. Auf dem Tagesprogramm stand: Robin (weiterer Freiwilliger von Green Step, macht was mit nachhaltiger Landwirtschaft) 11.30 Uhr in Douala abholen, zuvor ein paar gebrauchte Autobatterien testen und sonstige kleine Erledigungen...so viel zum Plan...natürlich kam alles ein wenig anders.
Es ging direkt frühs zum Landlord, welcher auf seinem Hof noch einige Steinblöcke hatte. So wurde der Pickup mit 50 jener Steine beladen und diese wurde sogleich zur Baustelle gebracht - ein gutes good-morning-workout! So presste sich der Schweiß aus den Poren, die Beine wurden ein wenig schlaff und wir stellten Joseph fest -  so ganz ohne Frühstück geht das aber nicht! 

Bisher bestand mein Frühstück meist aus einem Schluck Wasser, einem Müsliriegel oder einer Banane. Doch Joseph zeigte mir wie man in Kamerun frühs so richtig zu Kräften kommt:

Wir gingen also eine Seitenstraße herunter, wo die kleinen Marktstände mit Bananen, Plantains, Tomaten, getrocknetem Fisch, die Tante Emmaläden und Geschäfte langsam ihr Pforten öffneten . Wir bogen rechts ab und gingen ein paar Meter zwischen den Ständen entlang - eine Mauer, ein Eingang, ich erahne hinter weißgrauen Gardinen einen Raum. Ein noch nicht identifizierter Geruch kommt mir entgegen. Wir treten ein. Ein schmaler dunkler Raum offenbart sich meinen Sinnen. Ich entdecke an der Wand weiße Letter, mit Kreide geschrieben. Ahhh...dies ist also die Speisekarte! Am Ende des 2m x 5m Raumes befindet sich eine kleine Kochnische. Joseph bestellte. Ich ließ mich überraschen. Nach 5 Minuten stand eine heiße Tasse Ovomaltine, ein Teller Weißbrot und ein Teller mit Omlette, welches mit Spaghetti, Tomaten, Zwiebeln und wahlweise Mayonnaise angereichert wurde, auf dem Tisch. Energie pur! 

Kamerunisches Frühstücksrestaurant
Speisekarte
Apropose Cameroonian breakfast...letzten Samstag besuchte ich, zusammen mit Jobi, Basti und Lisa (Freunde aus Ulm) in Douala. Dort gab es dann auch ein typisches kamerunisches Frühstück: bestehend aus fritierten Krapfen, roten Bohnen in Soße, Fleisch (hier war es vermutlich Ochsenschwanz) und eine Art Maisbrei zum dippen oder trinken.

Weitere kulinarische Köstlichkeiten folgen bestimmt!

ps: morgen gibts dann ein Schokocroissant :)

Dienstag, 2. Oktober 2012

PAINT - REMOVE - DEMOLISH

*Ein kleiner Nachtrag: unter folgendem Link findet ihr ein Interview mit dem Bürgermeister zur unten beschriebenen clean-up-campaign, um nochmal die offziellen und nicht nur persönlichen Meinungen zu beleuchten http://www.cameroonpostline.com/Content.aspx?ModuleID=3&ItemID=9028 *

El Presidente kommt zum Staatsbesuch und wünscht eine schöne und saubere Stadt!

Ihr müsst euch Buea als eine Stadt vorstellen, welche sich über 10km, links und rechts an der vierspurigen Hauptstraße, erstreckt. Die Straße ist gesäht voller kleiner Läden, Werkstätten, Wohnhäuser, Bars et cetera, welche zumeist aus einfachen Holzkonstruktionen bestehen, teilweise sind es auch nur einfache Container, aber natürlich auch gemauerte Häuser. An dieser Straße werden Geschäfte abgeschlossen, Kontakte gepflegt,...ja das ganze Leben Buea's tummelt sich hier (natürlich gibt es auch Seitenstraßen, welche ähnliche Begebenheiten aufweisen).

Mitte/Ende Oktober kommt der Präsident Kameruns - Paul Biya - nach Buea zum Staatsbesuch und er will sein Land im vollem Glanze erstrahlen sehen. So hat der Bürgermeister die Order gegeben die Straßen zu säubern. Dies bedeutet im Klartext, dass alles weichen muss was nicht den Vorgaben entspricht. Häuser werden makiert: "X PAINT" oder "X REMOVE" oder auch "X DEMOLISH". Den Besitzern wird eine 24h Frist gegeben, wobei diese derzeit nicht bis zur äußersten Strenge vollzogen wird. 
Tim's Bookshop: X DEMOLISH

demolished house
Zur Kategorie "X REMOVE" gehört auch die Werkstadt von Joseph, wo ich eigentlich die Turbine bauen wollte. So waren wir die letzten Tage zunächst mit folgenden Problemen beschäftig: Werkstatt abbauen-neuen Platz finden-alten Landlord fragen-Landlord hat weiteres Grundstück genau hinter der alten Werkstatt-zahlreiche Unterredungen mit dem alten Herrn und den angrenzenden Nachbarn-Beschaffung neuer Baustoffe-Steine schleppen-Holz schleppen-Werkstatt neu aufbauen. Wann die Werkstatt fertig wird? Mal sehen...that's Africa.
Werkstatt vor dem Abbau

Zwischenstand Abbau der Werkstatt
Ich stehe der Sache derzeit mit sehr gemischten Gefühlen gegenüber: Einerseits werden zur Zeit Existenzen aufs Spiel gesetzt, die Menschen müssen sich neue Bleiben suchen, teilweise fehlen dazu aber die nötigen Mittel...anderseits gehen die Kameruner mit dieser Situation sehr gelassen um, sie nehmen es hin, denn es war auch seit dem Frühjahr mehr oder weniger angekündigt, viele sehen es als neue Chance etwas Neues und Besseres aufzubauen, weil teilweise die Bauten auch arg geschädigt/renovierungsbedürftigt waren/sind. 

Der Landlord

Ein kleiner Exkurs zu Land und Leute: 

Kamerun besteht aus zahlreichen Volks- und Sprachgruppen - 286 um mal ein wenig mit Zahlen zu spielen. Rund um Buea und den Mt. Cameroon ist die Volksgruppe der Bakweri ansäßig, zu welcher auch der Landlord angehört (http://en.wikipedia.org/wiki/Kpwe_people) So hat jede Gruppe ihr spezifische Kleidung, welche hier vom Landlord teilweise vorgeführt wird (Hemd). Ein paar Worte noch zum Landlord, welcher von allen nur "Pa" genannt wird: er ist ein sehr alter aber netter Mann-hat mich immer mit Freude empfangen und meinte einmal: "Peter, you're a good boy, you come to see Africa!" Außerdem sagte er mir ich soll nicht so lang ungeschützt in der Sonne sein-diese sei in Afrika stärker. Hätte ich mal auf ihn gehört-so hätte ich mir den leichten Sonnenbrand gespart ;)

Freitag, 28. September 2012

That's Africa

Yeah...vielleicht wird das gerade mein erster Post aus Afrika :)
Natuerlich ist nicht alles so gelaufen wie ich es im Post zuvor erwaehnte. In Afrika braucht man eben einen sehr langen Geduldsfaden, aber ich habe mir zum Glueck vor der Abreise noch ein paar extra Meter Geduldsfaden besorgt. Angefangen mit 1h Verspaetung am Flughafen, ewiges warten auf das Gepaeck, zudem kommt das ich immernoch kein eigenes Internet im Haus habe, obwohl ich jeden Tag nachfrage wann es endlich wieder geht, ersatzweise nutze ich die von Stromausfaellen geplagten langsamen Internetcafes, manchmal wartet man auch einfach 45min auf Pommes oder einfach nur 2..3 h um zu wissen wie der Tag nun weiter geht...
Aber Afrika  ist auch eine wahnsinnige Freundlichkeit. Ich bin bisher nur auf nette Menschen gestossen, welche immer offen waren und mir gerne geholfen haben. Das Essen ist gut, meistens sehr scharf und aber lecker. So traf ich die Woche viele freundliche Leute, u.a. von Coco's Familie (Kommilitone welcher zufaellig aus Buea stammt), dann war ich im Waisenhaus (habe nun einen neuen Kumpel gefunden, er heisst Emanuel und ist 6 Jahre), war mit Anja und ihrem GIZ-Kollegen etwas Essen und kamerunisches Bier geniessen und und und...mehr dazu speter wenn ich schnelleres Internet habe.

Samstag, 22. September 2012

Zurück in die Zukunft

Die Nacht war kurz, aber widererwartend gut. In 180 Minuten gehts dann zum Flieger und ich checke ein zu meinem 6,5 stündiger Flug nach Douala - ein kleiner Blick in die Zukunft:

Ankunft Douala. 15:55 Uhr Ortszeit. Schwülwarme Hitze. Ich suche die Gepäckstücke zusammen und wimmle im bestimmten Ton die hilfsbereiten Kofferträger ab, welche mich durch den Zoll bringen wollen-dabei hab ich doch gar nichts zu verzollen. Eine riesen Traube an Menschen bahnt sich unter Geschrei den Weg nach draußen. Kurzes durchatmen - ich entdecke das Schild mit "Green Step". Puhh...Stanley (Mitarbeiter bei Nkong Hill Top - Partnerorganisation von Green Step) und Joseph (Handwerker) haben mich also pünktlich abgeholt. Wir holen beim Bäcker noch etwas zu essen und fahren ca. 1h nach Buea. Dort empfängt mich Anja (dt. Nachbarin, arbeitet bei der GIZ, wohnt 300m entfernt) und überreicht mir die Schlüssel zum Haus. Johannes sagte mir vor Abreise das der Wechselrichter defekt ist-ich versuche ihn wieder in Gang zu setzen (Optimalfall: ein Wackelkontakt und alles läuft | WorstCase: der Wechselrichter ist defekt, ein Neuer muss her, aber keine Sorgen - ich hab trotzdem Strom). Dann schließe ich die Wasserpumpe wieder an den Hausanschluss an. Pumpe den Tank voller Wasser, denn das nächste mal kommt Wasser erst in 4 Tagen. Dann schaue ich ob das Internet geht: Variante A: ich schalte das Modem an, stecke das Kabel rein und es geht | Variante B: es geht nicht, also gehe ich die kommenden Tage zum Cantel-shop und versuche es zum Laufen zu bringen. Ich lege mich in mein gemachtes Bett und schlafe seelig unter dem Moskitonetzhimmel ein.

Mein Wochenziel: Land und Leute kennenlernen, Versuchen klarzukommen, Mitbringsel verteilen, Waisenhaus und Flusslauf begutachten, Betten bauen lassen für Robin und Andrea (2 weitere Freiwillige, welche Anfang Oktober kommen und im selben Haus schlafen werden) und was eben sonst noch so anliegt.

Mal sehen ob der Plan aufgeht...

Zwischenstopp Paris

Vor knapp 16h began mein letzter Tag in Deutschland für die nächsten 12 Wochen. Nach nur wenigen Stunden Schlaf hieß es dann: duschen, Koffer zu Ende packen, nochmal hin und herräumen damit das Gewicht auch passt, das Handgepäck zusammen suchen, das letzte mal mit der Familie frühstücken, wichtige Dokumente einscannen und kopieren, die Flugdetails ausdrucken und ab gings mit dem Auto nach Nürnberg:

Nürnberg. 15:30Uhr. Der Fensterplatz ist reserviert. Die Koffer mit zusätzlichen Mitbringseln von Johannes bestückt (LED's, Solardladeregler, Batterietestgerät,..). Check in mit leichtem Übergewicht erfolgreich. Die Eltern verabschiedet. Per Shuttlebus zum Flugzeug. Die Sonne scheint. Es stürmt. Die Frisur hält.

Paris. 17.30Uhr. Ankunft. Flug über Eifelturm und co sehr schön. Sehr sanfte Landung. Auf zum Terminal 2 via Shuttlebus. Suche nach etwas Essbarem, Trinkbarem, Gepäckabgabebarem. Erneuter Terminalwechsel im Freien. Es stürmt nicht. Die Frisur hält trotzdem.

Paris. 19.00Uhr. Ich sitze. Endlich. Handgepäck überwiegend abgegeben-nur noch Laptop und kleine Tasche dabei. Eine Hand hält ein Sandwich die andere eine Cola. Internet! Akku geht zu neige - zum Glück sind hinter mir Steckdose - denkste! Steckdosen funktionieren nicht. Akku leer.

Paris. 22.00Uhr. Ich sitze. Endlich. Was bisher geschah: Suche nach funktionstüchtigen Steckdosen zunächst erfolglos. Kurzzeitiger Stromerfolg-aber kein W-LAN. Suche geht weiter. Erneute Colaverköstigung. Laptopdiebstahl erfolgreich vereitelt. Nach gefühlten 10km quer durch den Flughafen von Terminal zu Terminal- Ankunft ibis-Hotel: 85€/Nacht für vielleicht 6h Schlaf?!? Nein Danke! Nun: sehr bequeme Lobby mit Internet!

Paris. 24.00Uhr. Aus der bequemen Lobby verscheucht. Doch immernoch im Warmen und mit WLAN.  Däumchendrehen! Chatten. Verwechslung-nein ich bin nicht die Rezeption! Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apopeter. Konzentration sinkt. Müdigkeit steigt an. Schlaf wird überbewertet! Chatten. Überlegungen nach möglichem Schlafplatz häufen sich. Lasset die Suche beginnen.

Im nachhinein sollte ich den Post wohl eher "I've been looking for electricity, I've been looking for Internet..." nennen. Ohh ich schweife schon wieder ab. Gute Nacht. Over and Out.

Freitag, 21. September 2012

Ich packe meine Koffer...

...und nehme mit:
7 T-Shirts, 5 lange Hemden, 3 kurze und 3 lange Hosen, 5 Paar Schuhe, 14 mal Unterwäsche, Handtücher, Badesachen, 1 Schlafsack, 1 Moskitonetz, 1 Sonnenbrille, 1 Ersatzbrille, 1 Laptop, 1 Spiegelreflexkamera, 1 Unterwasserkamera, 1 mp3-Player, 2 Handys, diverse Drogerieartikel, Medikamente im dreistelligen €-Bereich, Stifte, 1 Schreibblock, 1 Reisenotizbuch, 1 Paar Arbeitshandschuhe,1 Taschenmesser, 1 Multifunktionswerkzeug, 2 Taschenlampen, 1 Reisepass, 1 Impfausweis, 1 Landkarte, 1 Reiseführer, 2 Wörterbücher, diverse Literatur, 2 Rucksäcke, 1 Umhängetasche, 1 Frisbee, 1 Kraftprotzequartett, 1 Autoquartett, 1 kleinen Ball, 2 Packungen Müsliriegel diverse Mitbringsel für kameruner Bekannte (4 Taschenlampen, 1 Festplatte, 3 mp3-Player, 2 Digicams, 1 Flasche Jive, 2 Packungen Tee, Scrabble, 1 deutsche Landkarte, 1 Deutschlandfahne, deutschsprachige Literatur, 1 selbst gebauten Stirlingmotor mit Ersatzteilen)

Zum Glück gewährt mir Air France 2 Gepäckstücke mit je 23 kg und 1 Handgepäck von 12kg. Also falls ich noch was vergessen habe, dann bitte schnell eine Nachricht schreiben ;)

ps: das war dann wohl der letzte Post via deutschem Internet...


Sonntag, 2. September 2012

Ein kleines Anliegen...


Jedes gemeinnützige Projekt braucht Unterstützer. Und jetzt seid ihr gefragt. Es würde mich wahnsinnig freuen wenn ihr mein Projekt in Afrika unterstützen würdet. Für den Bau der Kleinstwasserkraftanlage werden schätzungsweise 700€ bis 1000€ benötigt um die Baumaterialien für den Damm, Rohrleitungen, Turbine, Generator, Verkabelung etc. bereitzustellen. Selbst kleinste Beträge können da schon weiterhelfen - frei nach dem Motto: Kleinvieh macht auch Mist. Die gespendeten Gelder gehen dann eins zu eins in mein Projekt ein und werden ausschließlich für den Bau der Kleinstwasserkraftanlage verwendet!
Vielen Dank im Voraus für eure Unterstützung, denn mit Geld kann man sein Glück nicht kaufen – aber man kann anderen Glück schenken  :)


GREEN STEP e.V.             Umweltbank AG, Nürnberg
Konto: 147 203 8                          BLZ: 760 350 00
Verwendungszweck:         Kleinstwasserkraftprojekt Buea