Um es mal kurz und knapp zu machen. Ich habe meinen Flug nochmals umbuchen müssen, weil die Turbine immernoch nicht fertig ist. Gründe dafür gibt es genug. Wie dem auch sei, alle die mich am Montag in Deutschland erwartet haben, muss ich leider enttäuschen...aber ich komme zurück ;) In 2,5 Wochen heißt es dann endgültig "Goodbye Cameroon".
Neues Flugdatum: 8. August 2013
Okay eine kleine Geschichte zu meiner Umbuchung muss ich doch noch loswerden. 1 Woche vor meinem Rückflug habe ich die Umbuchung per Mail beantragt. Beim letzten mal hat das alles wunderbar geklappt. Diesmal jedoch...2 Tage später habe ich noch keine Antwort erhalten. Die Mail also erneut losgeschickt. 2 Tage später immernoch keine Antwort. Dann wollte ich anrufen, jedoch aufgrund der Zeitverschiebung war ich immer zu spät zu Hause, um das Callcenter zu erreichen. Mittlerweile war es Samstag und der Flug noch nicht umgebucht. Endlich erreiche ich jemanden im Callcenter. Dann ist mein Telefonguthaben alle. 1 Stunde später versuche ich es erneut und hänge 45 Minuten in der Warteschleife bis das Callcenter geschlossen hat und ich immernoch nicht umgebucht habe. Letzte Chance - Sonntag (Montag früh um 2 Uhr wäre der Flug gegangen). Ohne in der Warteschleife zu hängen erreiche ich jemanden und nach 15 Minuten Gespräch wurde mir bestätigt das mein Flug umgebucht ist. 2 Stunden später erreicht mich eine Mail, dass mein Flug doch noch nicht umgebucht werden kann, weil ich schon eingecheckt hätte...waaaaas?!? Ich war kurz vorm durchdrehen, die wollen mich doch verarschen...also habe ich dann Turkish Airlines direkt (anstatt Cheaptickets.de) angerufen und eine freundliche Mitarbeiterin hat letztendlich meinen Flug umgebucht...12 Stunden vor dem eigentlichen Abflug...In aller letzte Minute ähh Stunde würde ich mal sagen :D Achso was ich vergaß zu erwähnen, natürlich war die Telefonverbindung so schlecht das ich alles 3 bis 4 mal sagen musste, damit ich jemand am anderen Ende der Leitung verstehen konnte. Wieder mal eine nette Erfahrung gemacht... :D
ps: bald ist die Turbine dann aber auch fertig und dann gibts dazu wieder einen Eintrag !
Okay nach dem ganzen Regen, den Fluten und der endlich angekommene Sommer in Deutschland wollt ihr von der kamerunischen Regenzeit vielleicht nicht viel wissen - aber ich plaudere trotzdem mal drauf los. Die Uninteressierten können diesen Part ja überspringen! ;)
Vor ca. einem Monat wurde der ganze Spaß mit der Regenzeit zum Ernst. Mitlerweile regnet es täglich. Manchmal nur 2-3 Stunden, dafür aus Eimern oder die Tropfen fallen gemächlich, dafür aber dauerhaft für 3 Tage, sodass jede glitzekleinen Sonnenstrahlen ausgenutzt werden müssen. Okay wäre es nur der Regen, wäre es ja halb so wild. Denn der Regen gehört zu Buea, wie Adam zu Eva, wie die USA zum Überwachungsstaat, wie die Finanzkrise zum Kapitalismus, wie...ähh ich schweife mal wieder ab. Fakt ist Buea ist eine der regenreichsten Städt der Welt (203 Tage im Jahr, derzeit gefühlte 365 Tage im Jahr). Also, wenn es nur der Regen wäre...aber das Problem ist das auch die Temperaturen sinken - ja ich friere manchmal und trage lange Hosen und Pullover. Hallo?!? Warum bin ich denn nach Afrika geflogen? Nächstes Problem: Näße + Kälte = ??? Richtig - SCHIMMEL! Meine Rucksäcke fangen an zu schimmeln, meine Schuhe, mein Reisepass schimmelt!!! Die Klamotten sind dauerfeucht. Noch hält es sich in Grenzen, es geht gerade erst los, aber es wird schlimmer. Die Regenzeit kann sich hier dann bis September erstrecken, aber bis dahin bin ich ja schon lange wieder im hoffentlich tockenem Deutschland.
Achso zu erwähnen sei noch, das mit dem Regen natürlich sich auch die Straßenqualitäten extrem verändern, vorallem jener Unbefestigten. Da braucht man manchmal schon Gummistiefel um heil anzukommen. Denn innerhalb 10 Minuten wird aus einem kleinem erdigen Weg ein rauschender schlammiger Bach.
Funny Fact: Was nutz man in Deutschland um sich vor den Regen zu schützen? - Regenschirme! Okay das war nicht schwer. Nun aber: Was nutzt man in Kamerun um sich vor den Regen zu schützen? - natürlich auch Regenschirme! Also ich bitte euch, jeder der jetzt was anderes dachte...okay nichtsdestotrotz den Funny Fact gibts trotzdem noch: letztens habe ich jemanden bei strömenden Regen mit einem rießen Bananenblatt über den Kopf an mir vorbeirennen gesehn und viele Frauen tragen simple Plastiktüten über ihr künstliches Haupthaar, was meine Optik stets verwirrt. (Ich glaube ich erwähnte einmal,dass die meisten Kamerunerinnen kurzes Haar haben und dies mit diversen Perücken kompensieren in all erdenklichen Formen und Farben)
Jener Bach, nach einem heftigen Regen, schaut nach den anderen Bildern des Staudamms ;)
Platzregen und die Straße wird zum Bach
Malaria
"Einmal erischt es jeden!" Ich glaube dieser Satz trifft es ganz gut. Ich hatte still und heimlich gehofft davon zu kommen. Also ich meine nach Europa zurückzukehren und behaupten zu können, dass ich in den Tropen war ohne Malaria zu bekommen. Grund für meine Hoffnung war, dass ich unter den zahllosen Deutschen/Freiwilligen bisher keine Malaria hatte und manche schon 2 bis 3 mal. Doch irgendeine Mücke hatte wohl einen fiesen Hinterhalt geplant und zur richtigen Zeit am richtigen Ort zugeschlagen. Letztendlich hatte ich also auch Malaria.
Doch das Universum schickte mir schon vorher zeichen. Eines Abends ruft Janis mich um 20 Uhr an, ob ich ihn nicht zu Hause mit dem Auto abholen und ins Krankenhaus bringen kann. Im ging es gar nicht gut, er hatte Malaria. Natürlich half ich ihm. Ich sprang ins Auto und fuhr ihn ins Krankenhaus. 2 Wochen später ruft mich Aaron 4 Uhr nachts an und fragt mich das Selbe. Er hatte so starkes Fieber, er wollte unbedingt unter ärztliche Obhut sein. Natürlich half ich ihm. Ich sprang ins Auto und fuhr ihn ins Krankenhaus.
So und nun war es für mich also soweit. Am letzten Mittwochabend scherzte ich noch, dass ich noch keine Malaria hatte. Am Folgetage wache ich frühs auf. Die Symptompe waren schon da doch es steigerte siche binnen wenniger Stunden herein zu wahnsinnigem Kopfschmerzen, hohes Fieber, Schüttelfrost, Gliederschmerzen, Appettitlosigkeit, Bauchkrämpfe, Durchfall - das volle Programm für die nächsten Stunden. Ich wusste es ist Malaria. Ich wurde zum Glück gut versorgt, nahm sogleich das Gegenmittel und nach ca. 16 Stunden wurde es allmählich besser. Nach 3 Tagen im Bett mit rund-um-Versorgung wurde ich wieder zu fast 100% fit. Am 4. Tag machte ich einen erneuten Malariatest - negativ. Somit ist alles wieder im Lot. Die Medikamente haben gewirkt.
Malaria ist ein Krankheit die man gut medikamentös behandeln kann, es sollte nur stets rechtzeitig geschehen...anderseits kann es unter Umständen lebensbedrohlich werden. Fakt ist auch, dass selbst die beste Prophylaxe einen nicht vor Malaria schützt. siehe Wikipedia - Malaria
Das Gute ist, dass alle die ich kenne stets die Malaria gut überstanden haben. Also no wahala!
Funny Fact: Das Nachprüfen der Malaria, also ein alltäglicher, simpler Malariatest, kostete mich im Krankenhaus 4h Lebenszeit und 5€ monetäre Mittel. Dabei sei zu erwähnen, dass der mich behandelnde Doktor 2 Patienten zu bewältigen hatte, inklusive mir! Problem in Kamerun - die Bürokratie ist noch nicht digitalisiert. Alles läuft handschriftlich und teilweise stehen die Kameruner den Deutschen in Sachen Bürokratie in Nichts nach. Wie auch immer...jedenfalls hatte ich mit dem Doktor ein nettes Gespräch über den deutschen Fußball - er fragt mich zum Beispiel: "Warum verkauft der BVB Mario Götze?!?". Und der Laborarzt fragte mich, nachdem er meinen Namen gelesen hatte, ob ich aus Polen komme. Worauf wir ein nettes Gespräch über deutsche Geschichte und meine Familiengeschichte hatten. Dazwischen verbrachte ich meine Zeit mir Warten, Warten und Warten. So kommt man auf 4h für einen hießigen simplen Malariatest.
Pilzfarm im Krankenhaus
Der Fernseher darf auch im Krankenhaus nicht fehlen!
Spitzhacke und Spaten, Nagel und Hammer - das waren für die letzten Wochen meine besten Freunde. Wozu man das braucht? Na um Rohre zuverlegen, ist doch klar!
Schritt 1: Man makiere mit Holzpfählen die Position der Rohre und spannt ein Seil.
Schritt 2: Man schwinkt die Spitzhacke und rammt sie in den Boden. Lockert den Untergrund auf und man hebt ein Loch aus mit Hilfe des Spatens.
Schritt 3: Man arrangiert das Seil erneut, da jemand dachte, dass er diese Seil bräuchte und es dort doch sowieso ohne Grund hängt.
Schritt 4: Man trifft auf einen großen Stein. Der 15kg-Hammer fliegt durch die Luft und zerschmettert den Stein.
Schritt 5: Man arrangiert das Seil erneut, da jemand dachte, dass er diese Seil bräuchte und es dort doch sowieso ohne Grund hängt.
Schritt 6: Man hebt mehrere Drainagen aus, da die Löcher voller Wasser laufen.
Schritt 7: Man konstruiert Holzboxen als Verschalung für den Zement.
Schritt 8: 3 Schubkarren Sand, 2 Schubkarren Kies und 2 Sack Zement, 6 Eimer Wasser, eine Schaufel und fleißige Hände = Beton. Dieser wird in die vorgefertigten Boxen geschüttet.
Schritt 9: Schritt 7 und 8 wird mehrmals wiederholt.
Somit wären dann knapp 120m Rohre verlegt. Weiter gehts mit der Turbine....Fortsetzung folgt!
Die ersten verlassen das sinkende Schiff, doch es scheint als ob ich dem noch standhalten werde/muss/will/kann/darf. Was ich damit sagen will ist, 3 Deutsche welche ich hier kennengelernt habe sind bereits wieder zurück in Deutschland, letzte Woche wurde der Abschied eines befreundeten US-Amerikaner gefeiert und das zeigt mir mal wieder das auch meine Zeit bald abläuft. Geplante Ausreise war (ja die Vergangenheitsform wird hierbei verwendet ) der 30. Juni...aufgrund Zeitmangels und nur allmählichen Vorranschreiten des Projektes habe ich letztendlich meinen Flug umgebucht!
Vorraussichtliche Ankunft: Montag, 22. Juli 2013, 17:40 Uhr, Flughafen Nürnberg
Landesweite Taxikontrollen - Buea muss laufen!
Die kamerunische Staatsgewalt will für mehr Sicherheit sorgen. Ziel diesmal: die Taxis. Viele der Stadttaxis haben keine gültigen Papiere, TÜV, Lizenz, Feuerlöscher usw. Aufgrunddessen wurden im April 2013 Stadtweite Taxiskontrollen durchgeführt. Nicht regelgerechte Taxis wurden konfesziert. Die Folge: Nur noch ein Zehntel der Taxis war fahrbereit. Da bekanntlich Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen erhöhten sich in dieser Zeit die Taxispreise um das bis zu 5fache, was wiederrum die Laufbereitschaft der Bevölkerung enorm erhöhte. Gerüchten zu Folge wurden noch nie so viele Leute auf den Straße gesehn. Stand Juni 2013: Die Situatuion hat sich stabilisiert.
El Presidente zu Besuch in Buea, bald
Seit nun fast einem Jahr kündigt sich der kamerunische Präsident Paul Biya an. Wann genau er sein Anglitz zum Besten gibt ist jedoch noch fragwürdig. Nicht destotrotz bereitet Buea sich darauf vor und das mit voller Kraft. Es startete letztes Jahr mit dem versetzen von nicht standardgemäßen Gebäuden ( siehe hier ) und wird auch 2013 tatkräftig fortgestetzt. Die lokale Regierung rief daher zum "Buea Clean Day" (BCD) auf. An jedem ersten Mittwoch im Monat wird die Bevölkerung dazu aufgefordert die Geschäfte geschlossen zu halten und dafür gründlich aufzuräumen. Aus noch nicht bekannten Gründen wurde dies nun zum wöchentlichen BCD ausgeweitet. Ob dies wirklich ökonomisch ist wurde jedoch noch nicht festgestellt. Ein Expertenteam berät derzeit darüber. Einige sogenannten "Whiteman" tauften den "Buea Clean Day" nun zum "Fucking Buea Clean Day", kurz FBCD, um. Gerüchtenzufolge beruht diese Umbenennung auf das Ärgerniss, dass jene "Whiteman" am Mittwoch meistens die längste to-do-Liste haben und durch den FBCD nicht ihren Aufgaben nachgehen können.
Desweiteren wurde eine neue großartige Tribüne an der Hauptstraße errichtet um die Massen zu beherbergen, welche dem nahendem hohem Besuch entgegenfiebern. Vor dieser Tribüne wird dann marschiert bis die Erde bebt.
Der Präsidentenbesuch erfordert zudem eine Umgestaltung der Hauptstraße in Buea. Der erhöhte Mittelstreifen, welcher die Passanten beim Überqueren der Straße schützte und welcher die teilweisen verrückten Autofahrer vor dem Überholen im Gegenverkehr bewahrte, wird entfernt. Laut einer seriösen Quelle hat die arabische Baufirma den Auftrag dies zu übernehmen zunächst abgewiesen, aufgrund von nachfolgenden Sicherheitsbedenken. Die Profitgier der Araber wog dann jedoch mehr als das sichere Überqueren jener 4 spurigen Hauptstraße. Es sei noch anzumerken dass im Rahmen der Straßenumgestaltung eine Solar-Straßenbeleuchtung errichtet wird.
Leserbriefe:
Letztens saß ich zu Mittag in einem kleinem Restaurant und es wurde
Reis mit Hühnchen serviert. Nebenbei lief der lokale Fernsehsender. Ich schaute
immermal so nebenbei zu und dann realisierte ich die Nachrichten – ein Sohn hat
seinen Vater geköpft. Der abgetrennte Kopf wird öffentlich im Fernsehen
gezeigt. Ein Mann fällt betrunken in einen Graben und ertrinkt. Es wird gezeigt
wie er aus dem Graben gezogen wird. Sein Portmonaisse wird aus der rechten
hinteren Hosentasche gezogen und man zeigt seinen Personalausweis direkt in die
Kamera, sodass jeder seinen vollen Namen, Geburtsdatum und Adresse sehen kann.
Dann wurde live in das Studio geschaltet wo der Moderator Anrufe zu den beiden
Vorfällen entgegenahm…Mahlzeit!
Mal wieder tickt die Uhr...rückwärts. Von nun an sind es knappe 6 Wochen bis mein Flugzeug gen Deutschland abhebt. In meinem Koffer sind dann hoffentlich weitere schöne Erlebnisse und das Wissen, dass ich eine Wasserkraftanlage gebaut habe.
Um letzteres möglich zu machen fehlen jedoch noch einige kleine, aber wesentliche Schritte. Aber zunächst erstmal was in den letzten Wochen bezüglich der Wasserkraftanlage passiert ist:
1. Druckrohre:
Ein paar Rohre zu besorgen ist hier an sich nicht schwer. Jedoch welche mit dem passendem Durchmesser und Qualität ist dann doch nochmal eine andere Sache. So bin ich mehrmals nach Douala (größte Stadt in Kamerun, man kann so ziemlich alles bekommen, wenn man nur lange gesucht - Problem: es ist immer verdammt heiß dort und es liegt im französischsprachigen Teil Kameruns) gefahren um gefühlte 100 Läden/Geschäfte abzuklappern...letztendlich war ich erfolgreich. Doch da war noch eine Hürde - wie transportiert man 20 Rohre a 6m Länge?!? Dazu mussten wir erstmal unseren Pick-up aufmotzen. Gesagt - getan! Ein bisschen Stahl, ein paar Schrauben und ein Schweißgerät - "El Torro 2.0" ist geboren. Jetzt war der Pickup ein echtes kamerunisches Auto, denn jeder Pickup hier hat eine solche Konstruktion.
Nachdem die Rohre besorgt waren musste ich noch eins-, zweimal nach Douala um ein passendes Sperrventil und eine Biegung zu finden, aber nun sind alle Teile da.
Pimp my Ride Vol. 1
Pimp my Ride Vol. 2
2. Turbinen- Generatorhaus
Die Turbine steht natürlich nicht irgendwo mittem im Busch. Da braucht man schon ein kleines Häuschen, welches das teure Equipment schützt, also sowohl die Turbine, also auch den Generator, die Regeleinheit und so weiter. Nach knapp 3 Wochen Bauphase kann ich nun behaupten - ich habe eine Haus gebaut! :) Das kann ich also von meiner to-do-Liste streichen. Jetzt muss ich nur noch ein Kind machen, ein Baum pflanzen...ach nee das war ein andere to-do-Liste...
Derzeit muss noch der Innenboden fertigstellt werden und verputzt werden und Fenster und Türen fehlen auch noch, aber im Grunde genommen steht das Haus!
Also was fehlt? Achja, das Wichtigste - die Turbine! Den Turbinenläufer hatte ich letztes Jahr schon gebaut, jetzt fehlt "nur" noch das Gehäuse. Doch dies stellt sich derzeit als relativ kompliziert dar - doch nicht unmöglich. Also werde ich die nächsten Tage/Wochen wieder mal in der Werkstatt verbringen und basteln.
Am Ende muss "nur" noch alles zusammengebaut/-gefügt werden und die Rohre verlegt werden. Klingt eigentlich machbar in 6 Wochen. Ich halte euch auf dem Laufendem ;)
Kennt ihr diese Miniaturparks? Also einen solchen
wo man durch ein Park läuft und dann lokale oder auch internationale
Sehenswürdigkeiten im Miniaturformat betrachten kann. Wie komm' ich darauf
jetzt? Achso, weil Kamerun oftmals auch als "Afrika in Miniatur"
bezeichnet wird. Dies begründet sich einerseits durch die über 200
verschiedenen Volksgruppen, mit jeweils eigener Sprache, Kultur und so weiter.
Anderseits ist Kamerun das Miniaturafrika aufgrund seiner vielfältigen Flora,
Fauna, Geographie und und und.
Ja wie dem auch sei, vor kurzem hatte ich mir
eine Auszeit genommen und war eine Woche auf Reisen um die Motivation für mein
Projekt wieder aufzufüllen. In diesen 7 Tage verbrachte ich 1100 km auf den
Straße Kameruns. Laut Google braucht man für eine solche Strecke rund 15
Stunden - nur gut das wir circa das Doppelte der veranschlagten Zeit in den
äußerst bequemen Transportmöglichkeiten verbracht haben. (Anmerkung der
Redaktion: Kamerunische Transportmittel befördern stets mehr Fahrgäste als von
den Autoherstellern veranschlagt - ein Beifahrersitz kann mindestens 2
Personen beherbergen und eine Rückbank eines Taxis mindestens 4
Personen)
Ziel der Reise war es die Provinzen
"West" und "Nordwest" einmal genauer zu erkunden. Der
Unterschied zum "Südwesten" (die Provinz wo ich lebe) ist enorm. Die
Landschaft ist geprägt durch viele kleinere und größere Hügel, welche allesamt
in einem sattem Grün erscheinen - teils durch dichten Wald, teils durch
unendlich weites Grasland, was eine weitere Bezeichnung für diese Region
Kameruns darstellt - "das Grasland". Das Klima dort ist sehr
angenehm, aufgrund der Höhenlage (im Schnitt auf 1000m ü NN) liegen die
Temperaturen zwischen 18°C und 28°C. Wenn man durch die zahlreichen Städte und
Ortschaften fährt, ist alles in einem Rotbraun getränkt - denn hier findet man
diese typische afrikanische Erde, welche sich an allem festhaftet. Einmal
dachte ich meine Füße haben gut Sonne getankt und sind schön braun geworden,
doch ein kräftiger Regenguß brachte mich in die Realität zurück. Zum Grasland
ist noch zu sagen, dass es das Gebiet mit der höchsten Bevölkerungsdichte
Kameruns ist und touristisch beliebt ist aufgrund der hohen Dichte an Kultur
und Tradition. So ist angeblich das Kunsthandwerk aus dieser Region weit über
die Grenzen Kameruns in ganz Afrika bekannt.
Um die Sache ein wenige kürzer zu fassen, führe
ich die Stationen der Reise, welche ich zusammen mit Henrik und Philipp
bestritten habe, nun nur stichpunktartig auf. Für weitere Informationen stehe
ich dann in Deutschland wieder zur Verfügung oder ihr fragt Herrn Google.
Bafoussam: Hauptstadt des Westen, französischsprachig, Übernachtung
bei Willi/Mareike (GIZ-Freiwillige), gutes Essen (Salatbar, Fleischspieße),
Fußballspielen im heftigem Regen, Wizzard spielen, gut organisierter Markt
"Kinders wie die Zeit vergeht" - dieser Satz schießt mir immerwieder sonntags durch den Kopf. Mittlerweile bin ich schon wieder 4 Wochen in Kamerun. Noch 12 Wochen liegen vor mir. Die innere Uhr tickt und ermahnt mich jedesmal - "Du musst in der verbleibenden Zeit dein Projekt beenden!!!"
Also die große Preisfrage: "Was habe ich in den letzten 4 Wochen geschafft?" Das lässt sich leicht beantworten - ich durfte mal wieder Kind sein :) Denn welcher Junge hat in seiner Kindheit nicht in Flüssen oder Bächen gespielt und dabei Staudämme gebaut ?!? Das Gesicht voller Schlamm, die Hosen verdreckt, in den Schuhen steht das Wasser, die Sonne brennt sich in die Haut, steigender Wasserpegel und eine Abkühlung im selbstgeschaffenem Pool - so war es damals und ist es auch noch heute. :)
Unterstützung in meinem Vorhaben fand ich anfangs von Robin und Aaron, später auch von Phillip und Henrik - allesamt deutsche Freiwillige in Buea/Limbe, welche zur Zeit nicht wirklich viel in ihrer eigenen Organisation zu tun haben. Später wurde mir noch Mark, ein kamerunischer "Technician", zur Seite gestellt. Und natürlich halfen viele der Kinder von HOTPEC, welche immermal vorbeischauten was der "whiteman" da so treibt und gerne mitspielten.
So haben wir erstmal den Bach von jeglichen Gestrüb befreit, Steine hin- und hergerollt und das Fundament handmännisch ausgehoben. Dann ging es los Materialien besorgen: 20 Sack Zement, 2 große Ladungen Sand und Kies. Der Zement war nicht das Problem, einfach mit dem Pickup losfahren, Zement ein- und wieder abladen. Sand und Kies wurde von Externen geliefert. Und da ging das Problem los. Ich komme frühs bei HOTPEC an und siehe da, wäre hätte es gedacht, Sand und Kies wurde nicht geliefert - aber kommt am Nachmittag. Ein verschenkter Tag. Aber das war zum Glück nur selten der Fall. Auch wenn ich immermal wieder Zement nachkaufen musste, weil dieser teilweise beim anderem Projekt von GREEN STEP verwendet wurde (Bau der Schule für Erneuerbare Energien auf dem Gelände von HOTPEC).
Fast täglich hieß es dann: 12 Eimer Sand, 6 Eimer Kies, 2 Sack Zement und 3 Eimer Wasser zu wunderbarem Beton zusammen zu mischen. Steine stapeln und den Beton in die Veschalung gießen. Eimer für Eimer. Am Ende ist es ein wirklich mächtiger Staudamm geworden. Dieser sollte dann der bevorstehenden Regenzeit standhalten, denn da trägt der Bach ein vielfaches an Wasser und die Kraft des Wassers sollte man nicht unterschätzen.
Der Staudamm dient dem Zwecke das Wasser anzustauen, wie solllte es auch anders sein, um es dann in das nebenstehende Becken zuleiten. Dort befindet sich das Rechen, welches bei meinen letzten Aufenthalt zusammengeschmiedet hatte. Und an jener Stelle werden dann die Druckrohre angeschlossen, welche über 120m Weglänge und 12m Höhengefälle das Wasser zum Turbinen-/Generatorhaus geleiten.
Nächster Schritt ist also: die Druckrohre besorgen und die Turbine fertigbauen.
Ich: Good Morning. Please for Mile 17. I have 500.
Taxifahrer: Monin.
Ich: Ha fo na?
Taxifahrer: A de fayn. Ha fo you?
Ich: Mi tu a de fayn. Ya nem na weti?
Taxifaher: Ma nem na David. Ya on nem na weti?
Ich: Ma nem na Petar.
Taxifaher: Husay yu komot?
Ich: A komot fo Germany.
So oder so ähnlich gestaltet sich die tägliche morgendliche Taxifahrt zum Waisenhaus auf Pidgin. Ihr wisst nicht was Pidgin ist? Pidgin ist eine von vielen Sprachen in Kamerun. So gibt es einerseits den frankophonen und anderseits den anglophonen Teil Kameruns, wo jeweil Französisch oder Englisch die vorwiegend gesprochene Sprache ist (Beides sind Amtssprachen). Und im englischsprachigen anglophonen Teil Kameruns (wo ich wohne) gibt es noch das Pidgin - eine Art Kauderwelch-Englisch mit deutschen, portugiesischen, spanischen, französischen Einflüssen. Wobei man noch sagen muss, dass jede der über 200 Volksgruppen Kameruns nochmals eine eigene Sprache hat, welche dann oftmals mit Englisch, Französisch oder sonstigem gar nichts zu tun hat. Aber zurück zum Pidgin, am Anfang war es echt schwer damit klar zukommen, man versteht echt nur "Bahnhof?!?". Mit der Zeit wird das Verstehen jedoch besser, wobei das flüssige Sprechen schon nocheinmal schwieriger ist. Zum Glück versteht jeder einen wenn man das Schul-Englisch anwendet, auch wenn dann die Leute meistens auf Pidgin antworten. Denn dies ist die Sprache der Straße. Aber man kann meistens Pluspunkte sammeln, wenn man sich auch ein wenig auf Pidgin verständigen kann.
Anbei ein paar kleine Beispiele die jeder kennen sollte:
Ha fo na? | How far na? - How are you? - Wie geht es dir?
weti - what - was
na - is- ist
ma nem na - my name is- mein Name ist
no wahala - don't worry - mach dir keine Sorgen
no pahlawa - no problem - kein Problem
waka fayn - go well - mach's gut | gute Reise
shweyn - pig - Schwein
chop - to eat - essen
massa - dude - Alter | Keule | Kumpel | Typ (sehr beliebte Anrede)
Wer die Sprache einmal hören will - bei Youtube gibt es einige coole Videos und falls jemand musikalische Untermalung benötigt, da kann ich die Band "P - Square" mit ihrem Dauerhit "Chop my Money" empfehlen ;) Dieses Lied läuft hier seit bestimmt 2 Jahren auf und ab in allen Radios, Bars und Nachtclubs.
Lustig ist auch das im Pidgin keine Steigerung im eigentlichem Sinne gibt. Also "very" bzw. "sehr" gibt es einfach nicht. Da spricht man das Wort einfach doppelt: "You speak Pidging?" - "Just small small". Allein dieser kleiner Satz sorgt bei den Kamerunern schon für Erheiterung.
Und nicht zu vergessen ist: "Ashia!" (gesprochen: "aschja"). Das ist wohl das wichtigste Wort überhaupt im Pidgin. Es passt einfach immer und hat verschiedene Bedeutungen, wäre echt cool, dass in Deutschland einzuführen. Es bedeutet so viel wie: "Kopf hoch" oder "Es tut mir leid". Wenn man beispielsweise an Leuten vorbeigeht die hart arbeiten, auf der Baustelle, im Feld oder wo auch immer, kommentiert man dies mit: "Ashia". Oder jemand hat sich in beim Gemüseschneiden in den Finger geschnitten: "Ashia". Oder jemand erzählt, dass er eine schwere Prüfung schreiben muss: "Ashia". Oder jemand fühlt sich nicht so gut, ist erkältet: "Ashia". Oder das Taxi in dem man sitzt hat einen platten Reifen und man wechselt daraufhin das Taxi ohne zu bezahlen: "Ashia". Oder jemand erzählt, dass es in Deutschland schneit zu Ostern und man selbst ist in Kamerun und es hier angenehm warm ist: "Ashia". Steigern kann man das dann noch mit: "Ashia ohh" oder man fügt den Grund noch hinzu: "Ashia for snowing". Je nach Betonung ist das "Ashia" dann ernst oder ironisch gemeint ;)
Zu erwähnen sei dabei noch, dass man stets auf ein "Ashia" mit "Thanks" oder "Thank you" antwortet.
Wer sich für die Sprache noch weiter interessiert, kann mich gerne anschreiben, ich habe da ein pdf-Dokument, welche die Sprache sehr gut erklärt.
Vorletzten Sonntag schlummerte ich noch im Jetlagdelirium, da erreichte mich eine Nachricht von Aaron, dass wir doch bitte meine Ankunft zelebrieren sollen. Ich raffte mich also auf, fuhr mit dem Taxi zu ihm und wir tauschten auf dem Balkon die Erlebnisse der letzten Monate aus. Dann kam ein Anruf: "Wo seid ihr? Heute ist letzter Tag vom Trade Fair!!!".
Trade Fair? Was ist das? Hat das was mit Fair Trade zu tun? Was kann man da machen? Die Fragen kann man aber relativ schnell beantworten: Ein kamerunisches Volksfest - eine Mischung aus Rummel von vor 100 Jahren, Musikfestival, Open-air-bar und das alles mit dem gewissen kamerunischen Flair - Also nix Fair Trade, nagut das Bier vielleicht...
Abermals ging es also per Taxi zum Ort des Geschehen. Kaum aus dem Taxi ausgestiegen wird einem das Eintrittsticket entgegengestreckt und bereitwillig zahlt man die 200 CFA (0,30€). Keine 5 Meter später wird es auch schon wieder einem aus der Hand gerissen und man steigt über einen Berg von zerstörten Eintritttickets. Da bin ich also, umschlossen von hohen Mauern auf einem großen Platz, Kameruner so weit das Auge reicht, in der Mitte eine große Bühne, ringsum sitzen die Leute und genießen den lokalen Hopfenblütentee und am Rand erstrecken sich kleine Stände.
Primäres Ziel des Trade Fair ist - Geld ausgeben, um nicht zu sagen verschwenden. Dies kann man einerseits mittels einem einfachem Tauschgeschäft: Geld gegen Bier oder Geld gegen Nahrung oder Geld gegen Glücksspiel. Das Glücksspiel gibt dem ganzen eine Art Rummel-Flair. Wobei man sich hier keine Rummel mit hightech vorstellen sollte - eher lowtech. Da gibt es zum einen große Holzbretter (ca. 2m x 2m) mit kleinen voneinander abgegrenzten quadratischen Feldern drauf, kaum doppelt so groß wie eine 2€-Münze. Man wirft dann mit 100-CFA-Münzen auf ein Feld und hofft das man so sein Geld vermehren kann. Landet die Münze genau auf dem Feld, kann man je nach Feld, verdoppeln, verdreifachen bis hin zu verzehnfachen. Problem ist nur, das dies gar nicht mal so einfach ist, den schnell liegt die Münze nur halb drauf und man verliert seinen Einsatz. Andere Bretter haben nur Zahlen und man kann einen bestimmten Sachpreis gewinnen. Da dies aber nur Plastikeimer in verschiedenen Größen waren, verzichtete ich auf dieses Spiel. Beliebt ist auch Ringewerfen auf Bierflaschen oder ein selbstgebauter Flippermanuellmat (kein Flipperautomat) oder irgendwelche abzockerischen Kartenspiele. Ach hab ich schon erwähnte das die Meisten einfach nur da sitzen und Bier trinken? Naja wie dem auch sei, auf der zentralen Bühne gab es nebenbei immer kamerunische Livemusik vom Band mit Tänzern und so weiter.
Alles in allem eine sehr lustige Angelegenheit - Volksfest halt ;)
Wir haben Nicole getroffen :)
Highlight No.2 - Kamerunische Hochzeit
Am Mittwoch wurde ich von Thompy zu einer traditionellen kamerunischen Hochzeit eingeladen. Losgehen sollte der ganze Spaß 15 Uhr. Die berühmte BMT (BlackManTime) sagt ja aber, dass man besser mit 2h Verspätung rechnen sollte. Also traf ich 17 Uhr dort ein. Das Haus war schön geschmückt. Im Garten davor waren mehrere Pavillion in U-Form aufgebaut und darunter Stühle mit Platz für bis zu 150 Leute und in der Mitte ein Tisch für das Essen und eine Couch für das Brautpaar. Leider waren zu meiner Ankunft nur ca. 1% der Plätze besetzt. Scheinbar kann man die BlackManTime auch auf 4h ausweiten. Zum Glück konnte ich die Wartezeit mit Gesprächen mit 4 deutschen Medizinstudentinnen überbrücken, welche zur Zeit ihre Farmulatur in Buea absolvieren und diese ebenso ein wenig zu früh von Thompy eingeladen wurden. 19 Uhr stieß dann noch Janis zu uns - er hatte alles richtig gemacht. Aber dann ging es auch los. Die Stühle füllten sich langsam und die Hochzeitsgesellschaft war bereit.
Zur Hochzeit an sich ist zu sagen, dass dies der tradtitionelle Teil der Hochzeit war. Kirchlich wurde dann einen Tag später geheiratet. Das Besondere hierbei war, dass Thompy's Tante (die Braut) dem hießig ansäßigen Bakweri-Stamm angehört und sie einen Nigerianer geheiratet hat - will heißen der Bräutigam samt Familie haben einen weiten Weg auf sich genommen. Die Familie der Braut war somit klar in der Überzahl und das wirkte sich auch farblich auf die Hochzeitsgesellschaft aus. Denn in Kamerun gibt es dann immer einen Hochzeitsstoff, aus welchen sich die Teilhabenden dann Kleider, Hosen, Hemden etc. schneidern lassen. In diesem Fall war es ein gelb-oranger Stoff mit Muster. Thompy's Mutter war so freundlich und hatte Janis und mir auch extra ein Hemd geschneidert - so war ganz klar zu erkennen zu wem wir gehören. Der nigerianische Teil der Hochzeitsgesellschaft war ebenso tradtionell gekleidet. Das ganze war wirklich ein Leckerbissen für die Augen. Bilder illustieren dies wohl am Besten - folgen aber erst später.
Los ging das ganze dann mit einer Eröffnungsrede des Brautvaters und der Bruder des Bräutigam gab auch noch seinen Segen für die Veranstaltung und natürlich wurden noch Lobpreislieder gesungen. Bei den Bakweri ist es Brauch, die Gäste zunächst nahrungstechnisch zu versorgen. So schlugen wir uns erstmal die Mägen mit typisch kamerunischen Essen voll. Das Essen mag zwar gewöhnungsbedüftig sein, aber man passt sich ja an. Nach erfolgreichen vertilgen von Ndole, Quakoko, Plantains und whatever konnte man sich zurücklehnen und das Schauspiel beobachten. Bislang war noch kein Wippernschlag der Braut zu erblicken, sie wurde noch im Haus gehalten. Die engsten Familienmitglieder beider Parteien wurden nun ins Haus gebeten und handelten den Preis der Braut aus (was die Brautfamilie an den Bräutigam zahlt). Nach gefühlten 2h kamen sie dann raus, wobei ich keine Ahnung habe wieviel Ziegen oder Geld oder was auch immer sie ausgehandelt haben. Doch immernoch keine Braut in Sicht. Denn das Schauspiel ging in die zweite Runde. Nun versuchte die Familie der Braut ein bisschen Geld herauszuschlagen. Sie behaupteten die Braut ist noch nicht da, sie bräuchte Geld für das Taxi. Der Bruder des Bräutigam zahlte das Geld für das Taxi. Das ganze Spiel spitzte sich dann so zu das die Braut angeblich in London war und Geld für Flug, Visum und Hotel brauchte - sehr zur Erheiterung der gesamten Hochzeitsgesellschaft. Am Ende war all das Geld bezahlt. Doch immernoch keine Braut. Nun verlangte die Schwester der Braut, dass die Familie des Bräutigams die Braut erkennt. Denn immerhin leben viele hübsche Frauen auf diesem Hof. Zu erst wurde eine ca. 8 jährige geschickt, dann eine ältere Schwester, eine weitere Cousine und so weiter - ein weiteres sehr unterhaltsames Spiel.
Doch dann endlich. Mit großen Getöse und Gesang kam die Braut aus dem Haus. Die ganze Hochzeitsgesellschaft stürmte zu ihr und es entstand ein rießen tanzender Pulg - Nigerianer tanzten mit Kamerunern und anders rum. Zuvor waren die Parteien noch getrennt von einander doch mit Erscheinen der Braut waren sie vereint. Es folgten weitere Lieder, mal kamerunische, mal nigerianische und immer wieder wurde getanzt, zwischen durch saßen wieder alle und so weiter. Am Anfang beobachteten wir das ganze Spektakel aus sicherer Entfernung. Doch wenn man schonmal da ist, muss man auch mit feiern. Als dann zwei weiße Jungs auf einmal mit getanzt haben, gab es kein Halten mehr - das war die Attraktion schlechthin. Der Preis der ganze Sache war, das wir am Ende mit gefühlt jedem ein Bild machen "durften" und uns auch leicht wie im Zoo gefühlt haben. Aber alles in allem war es ein sehr lustiger Abend. Und im Gegensatz zum Trade Fair hat man hier auch mal gesehn, dass Kameruner/Nigerianer auch gut ohne Alkohol feiern können.
Wenn ich bessere Bilder habe, werde ich diese aktualisieren.
eingekleidet im offiziellen Hochzeitsstoff
Braut und Bräutigam und ein Teil der nigerianischen Hochzeitsgesellschaft
Highlight No.3 - BalaBala oder auch kamerunisches Wrestling
Gestern war ich dann zum ersten mal wieder am Strand in Limbe. Wobei ich das diesmal eher als Babysitten anstatt Mini-Strandurlaub bezeichnen würde. Aber das ist eine andere Geschichte. Zurück in Buea war es Zeit für "BalaBala". Ein Großereignis in Buea. Ein Kampf zwischen den Dörfern (Stadtteile sind hier "villages"). Ich fuhr als nach Bakweri Town und traf mich mit Thompy. Am Straßenrand erblicke ich schon die Menschenmenge. Wir kämpften uns durch die Massen um bessere Sicht zu erlangen. In der Mitte war auf 4 mal 4 Metern Sand aufgeschüttet und ringsum standen die Zuschauer - mindestens 500! An jeder Ecke des Feldes präsentierte sich ein Dorf - mit den potentiellen Kämpfer, unterstützendem Chor, Trainern und so weiter. Es kämpften Bakweri Town, Bokova, Bokwango und whatever gegeneinander. Gekämpft wird in verschiedenen Alters- und Gewichtsklassen. Wenn jemand kämpfen will dann geht er zum gegnerischen Dorf und fordert dort jemanden heraus, sobald jemand zusagt wird dies dem Kampfgericht gemeldet. Das Kampfgericht notiert dann auch gewissenhaft jedes Ergebniss, sodass am Ende ein Dorf als Gewinner dasteht. So gab es Kämpfe am laufenden Band. Bei den Erwachsenen wurde besonders gejubelt und mitgefiebert. Eine Menge Emotionen lagen in der Luft.
Zum eigentlichen Wrestling ist zu sagen, dass es sich nicht um Wrestling im amerikanischen Stil handelt, sondern es ist eher eine Art Ringen. Ziel ist es den Gegner auf den Boden zu befördern, sodass Bauch oder Rücken nur so von gelben Sandstaub erleuchten. Verboten ist kratzen, schlagen, beißen und jegliche Waffen - also alles in allem sehr human. Wie dem auch sei - Bilder illustrieren dies wohl wieder am Besten.